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aktualisiert am:

01. Juli 2004

 

Definition ] Durchführung ] [ Inhalt ] Auswirkungen ]

Bei einem Rating werden harte und weiche Schlüssel-Einflussfaktoren (KPI , Key Performance Indicator) bewertet. Basel II nennt im Konsultationspapier folgende Kriterien, die ein Rating mindestens berücksichtigen muss:

 

vergangene und prognostizierte Fähigkeit, Erträge zu erwirtschaften
Kapitalstruktur und Risiko zur Zahlungsunfähigkeit
finanzielle Flexibilität in Abhängigkeit vom Zugang zu Fremd- und Eigenkapitalmärkten
Grad der Fremdfinanzierung
Qualität der Einkünfte (aus dem Kerngeschäft oder aus einmaligen Quellen)
Position innerhalb der Industrie und zukünftige Aussichten
Risiko des Landes, in dem das Unternehmen seine Geschäfte betreibt
Qualität und rechtzeitige Verfügbarkeit von Informationen über den Kreditnehmer
Stärke und Flexibilität des Managements

Höhere Bedeutung kommen beim Rating der Geschäftsbeziehung zwischen Bank und Kunde zu. So erhalten nicht eingelöste Schecks, Rückbuchungen und Kontoüberziehungen eine hohe Bewertung. Hier heißt es: offen und schnell mit der Hausbank kommunizieren!
Die überall angesprochene Nachfolgeregelung ist ein Knock-out Kriterium bei Kredit-Anfragen. Es gilt: bereits im Alter von 50 Jahren sollte der Geschäftsführer eine Nachfolgeregelung in die Wege leiten!
Zusätzlich erfährt die Prognose-Stabilität eine hohe Gewichtung. Nur mit fundierten Informationen untermauerte Prognosen werden im Rating positiv gewertet. Hier leisten Management Informationssysteme mit Frühindikatoren wertvolle Hilfe! Wendt-Solutions berät Sie gern, nehmen Sie einfach über das Kontakt-Formular mit uns Kontakt auf!

Die von den Kreditinstituten eingesetzten Rating-Verfahren sind für Außenstehende wenig transparent. Die folgenden Rating-Verfahren sind exemplarisch ausgewählt worden, um einen ersten Eindruck über die Art und den Umfang der Rating-Ansätze der Kreditinstitute zu vermitteln.

Sparkassen-Finanzgruppe
Das Rating der Sparkassen-Finanzgruppe ist vierstufig aufgebaut und besteht aus einem Finanz-Rating (Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage), einem qualitativen Rating (Erfolgsfaktoren wie z.B. Planungs- und Steuerungsinstrumente, Unternehmensführung oder das Kontoverhalten), einer Rating-Abstufung aufgrund von Warnsignalen (längere Kontoüberziehung, nicht bezahlte Darlehensraten etc.) sowie der Berücksichtigung von Haftungsverbünden (Konzernstruktur). Das Gesamtergebnis wird in Rating-Klassen von 1 bis 18 dargestellt, wobei die Rating-Klasse 1 die beste Kundenbonität und damit das geringste Ausfallrisiko für den Kreditgeber bedeutet. Die Kennzahlen und Informationen für das Finanz-Rating und das qualitative Rating werden passend zur Kundengruppe ausgewählt und gewichtet. Unterschieden wird dabei nach den Kundengruppen Firmenkunden, Gewerbekunden, Geschäftskunden, Freie Berufe und Existenzgründer.

Volks- und Raiffeisenbanken
Das genossenschaftliche Kreditportfolio ist in unterschiedliche Zielgruppen eingeteilt. Die Zielgruppe der Firmenkunden ist untergliedert in die Modelle Mittelstand (bis 5 Mio. € Umsatz) und Oberer Mittelstand (ab 5 Mio. € Umsatz). Die Rating-Modelle setzen sich aus quantitativen Kennzahlen zum Jahresabschluss (60 % Gewichtung) und qualitativen, zukunftsgerichteten Kriterien (40 % Gewichtung) zusammen. Die quantitativen Fragen gehen auf Ertragslage, Kapitalstruktur, Produktivität, Vermögensstruktur sowie dynamische Kennzahlen ein. Qualitative Rating-Komponenten sind u.a. Kontoführung, Marktstellung, Planungs- sowie Managementqualität. Die Rating-Ergebnisse werden auf der zentralen Bewertungsskala des genossenschaftlichen Verbunds eingestuft: Insgesamt gibt es 15 verschiedene Gutklassen und die von Basel II vorgegebenen 10 Ausfallklassen.

Deutsche Bank
Das Rating-Verfahren der Deutschen Bank analysiert die Bonität eines Unternehmens in einem ersten Schritt unabhängig von der konkreten Kreditgewährung (Unternehmensrisikofaktor). Dabei werden neben den quantitativen Jahresabschlussdaten (z.B. Bilanzen, GuV, sonstige Kennzahlen) auch qualitative Unternehmensinformationen (z.B. Produktpalette, Markt, Managementqualitäten) beurteilt. Die einzelnen Unternehmenskennzahlen werden in eine Gesamtkennzahl umgerechnet, die zu einer ersten Einordnung des Unternehmens in drei Bonitätsbereiche A bis C führt. Die Unternehmen im B-Bereich werden weiter analysiert, um eine eindeutigere Zuteilung in die Klassen A (einwandfreie Bonität) oder C (Gefährdungsbereich) zu ermöglichen. Unter Berücksichtigung von Sicherheiten und weiteren Kriterien wird im Anschluss daran eine Kreditentscheidung getroffen.

Commerzbank
Der Rating-Ansatz der Commerzbank bewertet hauptsächlich die Finanzsituation, vorhandene Entwicklungspotenziale, die Branchenaussichten sowie eine etwaige Konzernintegration des Rating-Kunden. Dabei handelt es sich um Bankkunden, deren Jahresumsätze zwischen 2,5 Mio. und 750 Mio. € liegen. Die quantitative Jahresabschlussanalyse wird in Form einer Schulnote mit einer Nachkommastelle (1,0 bis 6,0) bewertet. Diese Bewertung wird durch eine Darstellung der Unternehmenspotenziale in Markt und Produktion und des Führungspotenzials ergänzt.

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Die KfW wird zukünftig alle Kreditnehmer einem Rating-Prozess unterziehen. Die Vergabe der Förderkredite an den Mittelstand wird dabei wie bisher über die Hausbank des Unternehmers (Durchleitungsprinzip) erfolgen: Der Unternehmer muss seiner Hausbank solche Informationen zur Verfügung zu stellen, die es ihr erlauben, die Anforderungen an eine Bonitätsprüfung gemäß den Auflagen nach KWG § 18 und den Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft zu erfüllen.
Den sogenannten
weichen Schlüssel-Einflussfaktoren wird die KfW besondere Beachtung schenken. Je besser die Informationslage hier ist, desto positiver können sich diese Informationen im Rating niederschlagen. Die mit einem Rating festgestellte Bonität wird in Form einer spezifischen Ausfallwahrscheinlichkeit des Kreditnehmers festgehalten. Die KfW ordnet alle Kreditnehmer hinsichtlich ihrer Bonität auf einer konzerneinheitlichen Masterskala ein, wobei die Einstufung auf Basis der ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeit erfolgt.

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